[Rezension] Nevernight: Die Prüfung von Jay Kristoff

Respekt!




Buch von Jay Kristoff
Erschienen: 24.8.2017
Verlag: FISCHER Tor
Seiten: 704
Genre: Fantasy
Kaufen könnt ihr es z. B. hier


Klappentext:


"Sie ist keine Heldin. Sie ist eine Frau, die Helden fürchten.
»Nevernight« ist der erste Roman einer neuen bildgewaltigen und epischen Fantasy-Serie von »New York Times«-Bestseller-Autor Jay Kristoff.
In einer Welt mit drei Sonnen,
in einer Stadt, gebaut auf dem Grab eines toten Gottes,
sinnt eine junge Frau, die mit den Schatten sprechen kann, auf Rache.
Mia Corvere kennt nur ein Ziel: Rache. Als sie noch ein kleines Mädchen war, haben einige mächtige Männer des Reiches – Francesco Duomo, Justicus Remus, Julius Scaeva – ihren Vater als Verräter an der Itreyanischen Republik hinrichten und ihre Mutter einkerkern lassen. Mia selbst entkam den Häschern nur knapp und wurde unter fremdem Namen vom alten Mercurio großgezogen, einem Antiquitätenhändler. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die »Rote Kirche«. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet …"


Meine Meinung:


Der Einstieg fällt zugegebenermaßen nicht ganz leicht bei diesem Werk. Gerade zu Beginn werden viele Rückblenden eingebaut, in denen man zwar Mia, die Hauptperson, besser kennenlernt, aber dafür nervte der Erzähler mich. Das gibt sich jedoch im Laufe des Buches ziemlich schnell und auch die Backflashs werden weniger. Außerdem ist der Weltenaufbau in Nevernight ziemlich komplex. Es gibt in dieser Welt drei Sonnen und resultierend daraus entsteht ein komplizierter Tag-Nacht-Rhythmus. Es herrscht zweieinhalb Jahre Tageslicht, von unterschiedlicher Stärker, je nachdem wie die Sonnen stehen und darauf folgen mehrere Wochen Nacht. Die Religion wird dadurch in Itreya stark beeinflusst, sowie Politik und Wirtschaft, des Weiteren sind die Bürger sehr religiös.

Die Hauptstadt von Itreya heißt Gottesgrab, sie ist auch die Heimat von Mia Corvere und ich hatte leider so meine Probleme sie mir vorzustellen. Die Szenen die in der Stadt gespielt haben waren zu actionreich um Zeit für Panoramablicke einzubauen. Das störte jedoch nicht weiter.

Die Charaktere sind alle sehr gut ausgearbeitet, jeder wird treffend beschrieben und mit einzigartigen Erkennungsmerkmalen versehen, so dass man sich leicht an alles erinnern kann. Mia selbst stellt eine etwas andere 16jährige Prota dar, wie man sie sonst aus Fantasyromanen kennt, sie raucht, ist saucool und ein eiskalter Assassine. Gleich zu Beginn bezahlt sie einen Stricher für Sex und ihre Gedanken drehen sich nur darum ihre Familie zu rächen. Ihre Schlagfertigkeit hat mich oft zum Schmunzeln gebracht und auch die Unterhaltungen mit der Katze, die keine Katze ist, fand ich äußerst unterhaltsam. Herr Freundlich, so nennt Mia die Katze, die keine ist, ist ein brillianter Aspekt der Story, davon bin ich echt begeistert.

Eine gute Geschichte steht und fällt mit ihren Charakteren und dazu gehören auch die Nebenfiguren. Mr. Kristoff hat in seinem Buch geniale Figuren geschaffen. Das Geschwisterpaar Adonai und Marielle, seltsam, eigenartig und ebenso faszinierend, dann Lord Cassius, Holla, die Waldfee, was für ein Sahneschnittchen, Naev, die von sich nur in der dritten Person spricht, Spinnentod, Mauser und Tic, ich liebe sie ohne Ausnahme. Ich kann sie leider nicht alle aufzählen, das würde den Rahmen sprengen, aber einen besonderen Liebling von mir möchte ich noch aufführen, den Chronisten Aelius, er arbeitet in einer ganz außergewöhnlichen Bibliothek und mit seiner geheimnisvollen Art und dem trockenen Humor war er mir sofort sympathisch.

"Nun, dann mache ich mich auf den Weg. Zu viele Bücher. Zu wenig Jahrhunderte." Aelius zu Mia, Pos. 2469, ebook

 Die Handlung wird trotz der Länge des Buches ziemlich schnell vorangetrieben, es bleibt kurzweilig und liest sich flüssig. Die Kampfszenen sind ausgezeichnet gut beschrieben, dadurch wird es allerdings auch brutal und blutig. Stellenweise sehr blutig, aber alles passend zum Geschehen. Obwohl es manchmal, bei genauerem Nachdenken, abwegig ist, bleibt es überraschenderweise glaubhaft und nachvollziehbar.

Es gibt als Nebenstrang der Handlung auch eine Liebesgeschichte, in der es sogar zu Sexszenen kommt, die Aa sei Dank, jedoch nicht überhand nehmen. Es kommt zu keiner romantischen Gefühlsduselei und die Kommentare dazu von der Katze, die keine Katze ist, sind einfach köstlich. Ich liebe sie!

Eine Besonderheit bietet der Roman noch und zwar die Fußnoten. Lest sie unbedingt mit, sie sind nicht nur informativ, sondern auch witzig.

Das Finale lässt keine Wünsche offen. Eine mehr oder weniger vorhersehbare Auflösung, überraschende und schockierende Wendungen und großartige Action. Das Ende ist rund und der Cliffhanger nicht allzu groß, trotzdem freue ich mich schon auf den zweiten Teil und hoffe es dauert nicht allzu lange.

Kommentare

Stephanie Brückner hat gesagt…
Wow, wieder einmal eine sehr ausführliche Rezi. Vielen Dank dafür. Du schaffst es wirklich einen neugierig zu machen.
Lg
Steffie
Sonja Béland hat gesagt…
Huhu Steffie,

Vielen Dank, das freut mich! Ich kann dir das Buch wirklich empfehlen, das würde dir auch gefallen.

Bis bald
Sonja

Beliebte Posts aus diesem Blog

Neuerscheinungen Dezember 17

Weihnachtsbücher Highlights

[Abbruch Rezension] Der Bruder des Wolfs von Robin Hobb